Vorgeburtliche Prägungen lösen | Glaubenssatz: Ich bin zu viel

Wenn das Leben mit dem Gefühl beginnt, „zu viel“ zu sein: Vorgeburtliche Prägungen verstehen

Manchmal tragen wir Blockaden und tiefe Glaubenssätze in uns, deren Ursprung wir im bewussten, rationalen Alltag einfach nicht finden können. Wir spüren eine ständige Neigung, uns unauffällig zu verhalten, bloß keine Ansprüche zu stellen oder das eigene Licht unter den Scheffel zu stellen. Ein weit verbreiteter, quälender Gedanke lautet oft: „Ich bin zu viel und darf eigentlich gar nicht richtig sichtbar sein.“

Um diese tiefen Muster zu verstehen, müssen wir manchmal an den allerersten Anfang reisen – in die Zeit der Schwangerschaft, in der das feinstoffliche System einer Seele bereits jedes Gefühl, jede Sorge und jede energetische Schwingung der Umgebung wie ein Schwamm aufsaugt.

Aus der Praxis: Die Reise einer Seele in die Körperlichkeit

Ein tiefes Fallbeispiel aus meiner therapeutischen Begleitung macht spürbar, wie früh solche prägenden Schutzmechanismen im Mutterleib entstehen können:

„Ich erlebe den Moment des Eintauchens in die Körperlichkeit. Wie durch einen Trichter zieht mich ein Strudel in den Bauch meiner Mutter. Mein Bewusstsein ist vollkommen frei, aber mein Körper fühlt sich plötzlich schwer an. Ich spüre das Wachstum – und gleichzeitig eine aufkommende Angst. Das unbewusste Wissen ist da: Ich bin eigentlich nicht erwünscht. Meine Mutter ist erschöpft, sie hat bereits drei Kinder, und eine weitere Schwangerschaft sollte einfach nicht passieren.

Als meine Mutter von mir erfährt, ist sie traurig und weiß nicht weiter. In ihrer Verzweiflung sucht sie Rat bei einer Verwandten, die ihr die Adresse einer ‚Engelmacherin‘ für einen Schwangerschaftsabbruch anbietet. In diesem Moment stockt mir der Atem. Das Gefühl, nicht gewollt zu sein, brennt sich tief ein.

Zwar entscheidet sich meine Mutter aus tiefem Glauben heraus für das Leben, doch die Ablehnung der Großmutter im Haus wiegt schwer. Sie beschimpft meine Mutter, die versucht, ihre Tränen zu unterdrücken. Ich halte im Mutterleib den Atem an. Eine tiefe Schwere breitet sich über mir aus und ich frage mich: Wie konnte es so weit kommen, dass alle unglücklich sind?

In diesem Moment fasse ich einen folgenschweren Entschluss, um dableiben zu dürfen: Ich nehme mir vor, absolut unauffällig zu sein und keine Ansprüche zu stellen. Ich lösche das Licht, mit dem ich kam, und versuche, unsichtbar zu sein.“

Die Entstehung lebensprägender Glaubenssätze

Aus dieser existentiellen Erfahrung im Mutterleib bildeten sich für die Klientin zwei mächtige, unbewusste Kern-Glaubenssätze, die sie bis ins Erwachsenenleben begleiteten:

  1. „Ich bin unsichtbar und darf mein Licht nicht scheinen lassen.“

  2. „Ich bin zu viel auf dieser Welt.“

Diese Sätze waren über Jahrzehnte ein unbewusster Schutzmechanismus. Wer unsichtbar ist und keine Ansprüche stellt, bringt niemanden in Verzweiflung und läuft nicht Gefahr, verstoßen zu werden. Im heutigen Leben führte dies jedoch dazu, dass sich die Klientin im Beruf nicht zeigte, ihre eigenen Bedürfnisse komplett unterdrückte und eine tiefe, unerklärliche Grundtrauer in sich trug.

Wege in die Freiheit: Das Licht wieder leuchten lassen

Der Weg zur Befreiung aus solchen frühen Prägungen führt über das fühlende Erkennen. Im geschützten therapeutischen Raum durfte die Klientin diese tiefe Trauer und das damals unterdrückte Weinen ihrer Mutter noch einmal spüren – und dieses Mal fließen lassen.

Indem wir die Perspektive wechseln, erkennen wir: Die damalige Überforderung der Eltern hatte nichts mit dem Wert der Seele zu tun. Das System darf lernen, den alten Atemnot-Zustand loszulassen, sich im Hier und Jetzt sicher zu fühlen und das eigene, damals gelöschte Licht wieder mutig und vollkommen strahlen zu lassen. Du bist nicht zu viel. Du bist genau richtig hier.

Trägst du auch ein Gefühl in dir, dich ständig anpassen oder unsichtbar machen zu müssen?

In meiner Praxis in Freiburg oder in geschützten Online-Sitzungen schauen wir behutsam auf die allerersten Schichten deiner Geschichte, um alte Verbote zu lösen und deiner Urkraft wieder Raum zu geben.

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